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Folgsam bis zum Ende: „Die“ Deutschen im Zweiten Weltkrieg

An der Jahreswende 2014/2015 liegen Beginn bzw. Ende des Zweiten Weltkrieges 75 bzw. fast 70 Jahre zurück. Das nehmen wir zum Anlass, darüber nachzudenken, warum „die“ Deutschen in diesem Krieg bis zum bitteren Ende durchhielten. Folgende Fragen stellen sich: Standen „die“ Deutschen wirklich geschlossen hinter Hitler und seiner Partei, wie es die Propagandabilder suggerieren sollten? War etwa die von Zeitgenossinnen und Zeitgenossen vielfach erinnerte „Volksgemeinschaft“ eine soziale Realität? Oder war das Durchhalten vor allem auf die Einschüchterung durch den nationalsozialistischen Terrorapparat zurückzuführen, der bis in die letzten Kriegstage hinein mit grausamer Effektivität funktionierte? Warum also entstand im Zweiten Weltkrieg – auch im Angesicht der sich abzeichnenden Katastrophe – keine Protestbewegung wie im Ersten Weltkrieg?
Der Vortrag wird Antworten auf diese Fragen geben und dabei vielfältige Aspekte der nationalsozialistischen Kriegsgesellschaft auf der Basis neuerer Forschungsergebnisse ausleuchten, um damit die Folge- und Durchhaltebereitschaft der übergroßen Mehrheit der deutschen Bevölkerung zu erklären.


ReferentIn:

Prof.  Dr. Michael Schneider

Prof. Dr. Michael Schneider

Prof. Dr. Michael Schneider

geb. 1944, Dr. phil., Habilitation für Neuere Geschichte. War bis Sommer 2009 Leiter des Archivs der sozialen Demokratie und des Historischen Forschungszentrums der Friedrich-Ebert-Stiftung und ist Honorarprofessor am Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn. Er hat zahlreiche Bücher und Aufsätze zur deutschen Sozial- und Zeitgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts geschrieben; zuletzt ist erschienen: „In der Kriegsgesellschaft. Arbeiter und Arbeiterbewegung 1939 bis 1945“ (= Geschichte der Arbeiter und der Arbeiterbewegung in Deutschland seit dem Ende des 18. Jahrhunderts, hrsg. von Gerhard A. Ritter, Bd. 13), Bonn 2014.

19. Januar 2015
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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