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Fußball in Deutschland

zwischen Kosmopolitismus und deutsch-nationaler Gesinnung

Fußball ist Kulturtransfer aus England und der Ball schon immer ein Migrant. Der Gründer des bis heute bestehenden Fußballmagazins „Kicker“ war Walther Bensemann, ein kosmopolitischer jüdischer Bohémien. Der deutsche Jude Kurt Landauer war bis zum Zivilisationsbruch durch die Nazis Präsident von Bayern München. Auf der anderen Seite amtierte schon seit der Weimarer Zeit im höchsten Amt des deutschen Fußballs das NSDAP-Mitglied Felix Linnemann, der seit 1940 auch Mitglied der SS und aktiv an „ethnischen Säuberungen“, nämlich an der Deportation von „Zigeunern“ in die Vernichtungslager, beteiligt war. In diesem Spannungsbogen zwischen universellem kosmopolitischen Anspruch und nationalistischer Verengung ist die Geschichte des Fußballs in Deutschland anzusiedeln.
 

ReferentIn:

Prof. apl. Dr. Diethelm Blecking

Prof. apl. Dr. Diethelm Blecking

Prof. apl. Dr. Diethelm Blecking

ist Professor am Institut für Sportwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Er studierte Sport, Geschichte, Philosophie und Pädagogik in Münster und in Poznañ. Promotion an der FU Berlin und Habilitation in Wuppertal und Freiburg. In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts als Leichtathlet mit Endkampfplatzierungen bei den deutschen Studentenmeisterschaften aktiv. Mitglied der deutschen Studentendelegation bei den Spielen in München 1972. Zahlreiche längere Auslandsaufenthalte in Polen (zwei Jahre außerordentlicher Professor in Poznañ) und in Italien. Publikationen zur Sportgeschichte, zu Sport und Migration und zur allgemeinen Geschichte sowie zum italienischen Film. Reise-Essays zu Italien, Polen und Moldawien. Freier Autor für Deutschlandfunk, DRKultur, SWR und NDR sowie für Printmedien.

30. September 2013
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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