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Fußball unterm Hakenkreuz

Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der Fußball zur beliebtesten Sportart in Deutschland, und schon damals versuchten Politiker, das Spiel auf dem Rasen zur Durchsetzung eigener Ziele zu missbrauchen. Bereits während der Weimarer Zeit tobte im Fußballsport ein Kampf um Geld und Macht, der sich hinter wohlfeilen Zielen versteckte. Mit dem Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft 1933 verlor der Fußball endgültig seine Unschuld: Er verkam zu einem Werkzeug der Nazis, die den Sport hemmungslos zur Verwirklichung ihrer verbrecherischen Rassen- und Kriegspolitik einsetzten. Jüdische Sportler und Funktionäre wurden ausgegrenzt und verfolgt. Verband wie Vereine, Funktionäre wie Mäzene, Trainer wie Spieler ließen sich von den bombastisch aufgezogenen Massenveranstaltungen und der magischen Atmosphäre in den Stadien faszinieren. Nicht zuletzt wurden sie durch viele materielle Privilegien, die das Regime ihnen verschaffte, korrumpiert. Obwohl nur wenige von ihnen der menschenverachtenden NS-Ideologie anhingen, trugen die meisten Mitglieder des DFB zur Stabilität der nationalsozialistischen Herrschaft bei und machten sich dadurch mitschuldig an Unterdrückung, Verfolgung, Krieg und Vernichtung. Nils Havemann schildert nicht nur ein zentrales Kapitel aus der Geschichte des DFB, sondern zeigt an diesem Beispiel, mit welchen Mitteln es den Nationalsozialisten gelang, Vereine und Verbände für ihre Zwecke zu gewinnen – und wie leicht sich viele Menschen verführen ließen.

ReferentIn:

Dr. Nils Havemann

Dr. Nils Havemann

Dr. Nils Havemann

studierte Geschichte, Romanistik und Politische Wissenschaften in Bonn, Paris und Salamanca. Er promovierte 1996 an der Universität Bonn und arbeitet als Lektor in Mainz.

25. Februar 2008
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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