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Jeder Schüler ist anders...

Vielfalt wertschätzen - individuelles Lernen fördern: Können wir von der nordischen Kultur lernen?
 
Im Rahmen der Reihe "Bildungsforum zum Saarländischen Schulpreis"

Warum fällt es Lehrerinnen und Lehrern in Deutschland so schwer, mit der Heterogenität der Kinder umzugehen? Schon bei PISA 2000 klagten die deutschen Lehrkräfte am meisten über die Heterogenität ihrer Schüler, obwohl sie die homogensten Schülergruppen weltweit hatten. Welche Auswirkung hat diese Einstellung auf die Schülerinnen und Schüler? Blicke in die Lernkultur von Finnland und Schweden zeigen verschiedene Möglichkeiten des Umgangs mit Vielfalt, die diese Länder in mehr als 40 Jahren gemeinsamer Schule entwickelt haben.
Einige der Fragen sind:

  • Können wir und was können wir von den Erfahrungen unserer nordischen Nachbarn lernen?
  • Was würde dies für die Beteiligten bedeuten – für die Schüler, die Lehrkräfte, die Eltern? Was kann die einzelne Schule davon umsetzen?
  • Was könnte die Politik lernen für die Lösung der drängenden bildungspolitischen Probleme wie Abhängigkeit des Schulerfolgs von der sozialen Lage der Eltern, wie mangelhafte Förderung und Integration von Kindern mit Migrationshintergrund, wie fehlende Einbeziehung Behinderter?

Grundlagen des Vortrags sind die Ergebnisse des dreijährigen Comenius-Projekts „European Mixed Ability and Individualised Learning“, in dem internationale Teams Schulen und Unterricht in fünf Ländern besucht und Interviews mit Schülern und Lehrern durchgeführt haben. Die Referentin stellt verschiedene Konzepte und Methoden des individuellen Lernens und der individuellen Förderung vor. Ein Filmausschnitt gibt einen Eindruck, wie individualisierender Unterricht gestaltet werden kann.

                                

Mit der Reihe "Bildungsforum zum Saarländischen Schulpreis" schaffen die Stiftung Demokratie Saarland und die Landeselterninitiative für Bildung in Kooperation mit der Gesamtlandesschülervertretung einen Ort, an dem jenseits von ideologischen Grabenkämpfe

ReferentIn:

Prof. Dr. Anne Ratzki

geb. 1937, unterrichtete als Lehrerin für Deutsch und Englisch an verschiedenen Kölner Gymnasien und an der Gesamtschule Köln-Holweide. Ab 1970 leitete sie das Gymnasium Holweide und ab 1975 bis 1995 die Gesamtschule Holweide. Anschließend wechselte sie als Dezernentin für Gesamtschulen zur Bezirksregierung Köln. Seit 1992 war sie zusätzlich als Lehrbeauftragte an der Universität Köln tätig mit den Schwerpunktthemen Integration und Gesamtschule. Von 1988 bis 1993 war sie Bundesvorsitzende der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule (Gesamtschulverband). Sie ist Vorsitzende des Instituts zur Förderung der Teamarbeit e.V. und unterrichtet als Honorarprofessorin an der Universität Paderborn im Studienprofil Heterogenität. Studienreisen und Schulbesuche führten sie nach Finnland, Norwegen, Schweden, Südtirol, Kanada, Australien, USA. Sie leitete Studienseminare vor Ort in Finnland, Schweden und Südtirol. Von 2003 bis 2006 nahm sie am Comenius Projekt European Mixed Ability and Individualised Learning teil. Aktuelle Arbeitsschwerpunkte: internationale Schulentwicklung, individuelles Lernen in heterogenen Schülergruppen, Teamarbeit als Motor von Schulentwicklung.

 

21. Februar 2008
19:00 Uhr

Erweiterte Realschule St. Wendel,
Willi-Graf-Str. 3,
66606 St. Wendel

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21