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Kameraden. Die Wehrmacht von innen

Wie dachten ganz normale Wehrmachtssoldaten über Hitler und den Nationalsozialismus, den Zweiten Weltkrieg, die Kriegsverbrechen und den Holocaust? Bislang musste sich die Forschung hierzu vor allem auf zensierte Feldpostbriefe und vereinzelte Tagebücher verlassen. Nun wurde ein Quellenbestand entdeckt, der neue Einblicke in die Mentalitätsgeschichte der Wehrmacht ermöglicht. Im amerikanischen Vernehmungslager Fort Hunt bei Washington hörte der US-Nachrichtendienst zwischen 1942 und 1945 mehr als dreitausend deutsche Kriegsgefangene heimlich ab. Zehntausende Abhörprotokolle blieben erhalten, die zeigen, wie deutsche Soldaten über ihre Erfahrungen diskutierten. Weder vorher noch nachher sprachen Wehrmachtssoldaten jemals so offen über ihre Sicht auf das NS-System und den Zweiten Weltkrieg. Die dazu überlieferten Biographien geben der uniformen Wehrmacht ein individuelles Gesicht.

ReferentIn:

Dr. Felix Römer

Dr. Felix Römer

Dr. Felix Römer

geb. 1978, wurde 2007 mit einer wegweisenden Arbeit über die Geschichte des „Kommissarbefehls" an der Universität Kiel promoviert. Von 2008 bis 2012 lehrte und forschte er am Historischen Seminar der Universität Mainz als Stipendiat der Fritz Thyssen-Stiftung im Projekt "Referenzrahmen des Krieges". Seit 2012 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in London. Zu seinen Buchveröffentlichungen zählen "Der Kommissarbefehl. Wehrmacht und NS-Verbrechen an der Ostfront 1941/42" (2008) und "Kameraden. Die Wehrmacht von innen" (2012).

20. Januar 2014
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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