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Kriegssplitter

Die Evolution der Gewalt im 20. und 21. Jahrhundert

Die Angst vor einem großen Krieg ist nach Europa zurückgekehrt. Die Kriege in der Ukraine wie im Mittleren und Nahen Osten lassen zweifeln, ob das 20. Jahrhundert tatsächlich als ein „kurzes Jahrhundert“ 1989/90 zu Ende gegangen ist – oder nicht vielmehr auf unheilvolle Weise andauert. Wir sehen uns konfrontiert mit ungeahnten Formen der Gewalt, mit Konflikten, die uns näher zu rücken scheinen. Der Krieg ist nicht verschwunden, er hat nur eine neue Gestalt angenommen.
Herfried Münkler wird in seinem Vortrag die kulturelle wie politische Evolution der Gewalt von den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart nachzeichnen – und für eine echte geopolitische Strategie plädieren, um den Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen. Der Vortrag, der auf der jüngst vom Referenten vorgelegten Publikation „Kriegssplitter“ fußt, wurde von der Presse vielfach gelobt. „Gedankenreich und wortgewaltig“, urteilte die FAZ, und im Deutschlandfunk hieß es: „Selten hat man ein gescheiteres und konziseres Buch in der Hand gehalten als dieses.“

Der Vortrag findet im Rahmen der Ausstellung „At War“ statt, in der die beeindruckenden Fotografien der 2014 verstorbenen Fotojournalistin Anja Niedringhaus gezeigt werden.

Referent:

Prof. Dr. Herfried Münkler

geb. 1951. Er ist Professor für Politikwissenschaft an der Berliner Humboldt-Universität. 2004/05 war er Gastprofessor am Wissenschaftszentrum für Sozialwissenschaften Berlin, 2001 Akademieprofessur an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Zuvor hatte er eine Gastdozentur am Institut für Höhere Studien Wien (1993) inne. Er hat sich an zahlreichen Forschungsprogrammen der DFG, der VW- und der Thyssenstiftung beteiligt, mehrere Arbeitsgruppen an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften geleitet und zahlreiche Preise erhalten. Viele seiner Bücher gelten mittlerweile als Standardwerke, etwa „Die neuen Kriege“ (2002), „Imperien“ (2005) und „Die Deutschen und ihre Mythen“ (2009), das im selben Jahr mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde. Jüngst erschienen die vielgelobte Publikation „Der Große Krieg“ (2013) sowie das Buch „Kriegssplitter. Die Evolution der Gewalt im 20. und 21. Jahrhundert“ (2015).

23. Januar 2017
18:00 Uhr

Politische Akademie
Europaallee 18
66113 Saarbrücken

Vortrag

Dr. Verena Paul
Telefon: 0681 - 906 26 - 24

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