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Moderne Sklaverei heute

Moderne Sklaverei gibt es überall auf der Welt, nicht nur in Entwicklungsländern wie dem Sudan, sondern auch im Herzen Europas. Auch in Deutschland werden Menschen gezwungen, unter Bedingungen zu arbeiten, die der Sklaverei ähneln oder de facto Sklaverei sind. Jährlich werden hunderte, sogar tausende Menschen Opfer von Menschenhandel und Zwangsarbeit in Deutschland. Frauen sind oft von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung betroffen, Männer werden in Bereichen wie der Landwirtschaft oder auf dem Bau ausgebeutet. Arbeitszeiten bis zu 19 Stunden am Tag kommen vor; die Betroffenen sind nicht in der Position, einzelne Tätigkeiten abzulehnen. Die Entgelte liegen, sofern überhaupt gezahlt wird, deutlich unter dem branchenüblichen Gehalt.
Moderne Sklaverei findet in ganz normalen Wirtschaftsbereichen statt, daher stellt sich zunehmend die Frage nach der Verbindung von Menschenrechten und Wirtschaftsleben, die Frage danach, wie Unternehmen zur Ausbildung von moderner Sklaverei beitragen und welche Verantwortung sie haben.

Sklavenlos Saar-Bündnis gegen globale Sklaverei heute

Referentin:

Klára  Skrivánková

Klára Skrivánková

Klára Skrivánková

ist eine anerkannte Expertin für Menschenhandel und Sklaverei. Im Jahr 2000 begann sie ihr Engagement beim Tschechischen Zweig von La Strada, einer internationalen Organisation gegen die sexuelle Ausbeutung von Frauen. Im Jahr 2005 wurde sie Mitglied von Anti-Slavery International in London, der weltweit ältesten Menschenrechtsorganisation, in der sie für die Programme und die Interessensvertretungen in Europa zuständig ist. 2007 gründete sie gemeinsam mit zwei Anwälten das UK Trafficking Law and Policy Forum, seit 2009 berät sie zudem die Joseph Rowntree Foundation bei ihrem Programm gegen Sklaverei.Seit 2005 ist sie Expertin für Menschenhandel beim Europarat, 2008 wurde sie Mitglied der EU-Expertengruppe für Menschenhandel und berät in dieser Funktion die EU-Kommission. Zwischen 2010 und 2013 war sie Finanzverwalterin im Vorstand des UN-Voluntary Trust Funds für die Opfer von Menschenhandel und von 2009 bis 2013 im UN-Voluntary Trust Fund für moderne Sklaverei.

02. März 2015
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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