Archiv (Audio on demand)

Protestbewegungen weltweit

Ursachen, Gemeinsamkeiten, Zukunft

"Wutbürger" wurde zum Wort des Jahres 2010 in Deutschland gekürt. Das US-Magazin wählte "The Protester" zur Person des Jahres 2011 und verwies dabei auf eindrucksvolle Wellen politischen Protests in vielen Teilen der Welt. Haben in jüngster Zeit tatsächlich die Proteste drastisch zugenommen? Oder hat sich vor allem die mediale Aufmerksamkeit für Proteste erhöht? Wie schon in früheren Phasen der Geschichte, etwa um 1848/49, 1917–1919 und um das Jahr 1968, zeigt sich gegenwärtig eine räumliche Ausbreitung und Verdichtung von Protesten, welche mehrheitlich im Verlangen nach (mehr) Demokratie und sozialer Gerechtigkeit konvergieren. Jenseits solcher allgemeiner Forderungen, teilweise auch jenseits ähnlicher Aktionsformen wie zum Beispiel der massenhaften Besetzung öffentlicher Plätze, zeigen sich aber auch markante Unterschiede zwischen den Protestbewegungen. Diese sind sehr stark von ihrem nationalen Kontext geprägt, weisen unterschiedliche Akteurskonstellationen auf und folgen jeweils einer eigenen Problemperspektive und Dynamik.

ReferentIn:

Prof. Dr. Dieter Rucht

Prof. Dr. Dieter Rucht

Prof. Dr. Dieter Rucht

em. Professor für Soziologie, bis Juni 2011 Ko-Leiter der Forschungsgruppe Zivilgesellschaft, Citizenship und politische Mobilisierung in Europa am Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin. Arbeitsgebiete: politische Partizipation, soziale Bewegungen, politischer Protest. Neuere Publikationen: (zus. mit Stefaan Walgrave, Hg.), The World Says No to War. Minneapolis/London 2010; (zus. mit Roland Roth, Hg.), Die sozialen Bewegungen in Deutschland seit 1945. Ein Handbuch. Frankfurt/M. 2008.

24. September 2012
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Karoline Riplinger
Telefon: 0681 - 906 26 - 19

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