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Religion und Krieg

– aus vormoderner Perspektive

Der Vergleich zwischen christlichem Abendland, buddhistischem Japan und anderen religiös geprägten Gesellschaften verdeutlicht die Verflechtung, die zwischen Religionen und Kriegswesen in der Vormoderne bestand. Unser Referent wird in seinem Vortrag nachzeichnen, wann und unter welchen Bedingungen Konflikte innerhalb jener Gesellschaften zu radikal dualistischen Kriegen entbrannten, sodass „Gut“ und „Böse“ in Opposition zueinander standen. Hierbei spielen dichotomische Strukturen, die funktionale Teilung gesellschaftlicher Aufgaben, die Vergegenwärtigung von Zeit sowie das Vorhandensein beziehungsweise das Nichtvorhandensein von Askese eine entscheidende Rolle. Und wie ist es um die Möglichkeiten von Friedensschluss oder gar Versöhnung bestellt? Lädt nicht gerade eine theologisch motivierte Legitimation von Krieg Konflikte noch mehr auf und erschwert so den Einigungsprozess?

Referent:

Prof. Dr. Philippe Buc

geb. 1961, studierte in Paris (Sorbonne & École des Hautes Études en Sciences Sociales) und in den Vereinigten Staaten (Swarthmore College & Berkeley) die Fächer Politikwissenschaft, Geschichte des europäischen Mittelalters und Geschichte Japans bis 1600. Zwischen 1984 und 1989 promovierte er an der École des Hautes Études en Science Sociales in Paris mit einer Arbeit über das „Nouveau Régime“. Von 1990 bis 1997 war er Juniorprofessor für Mittelalterliche Geschichte in Standford, wo er anschließend bis 2011 eine Professur innehatte. 2004 war er Gastprofessor an der Universität Heidelberg. Seit 2011 ist Philippe Buc Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Wien. Zu den Forschungsschwerpunkten des international hochgeachteten Mediävisten und ausgewiesenen Experten auf dem Gebiet mittelalterlicher religiös motivierter Gewalt zählen u.a. Bibelexegese, Religion und Gewalt. Neben zahlreichen Beiträgen in Sammelbänden und Fachzeitschriften erschien 2015 sein von der Presse hochgelobtes Buch „Heiliger Krieg. Gewalt im Namen des Christentums“. „Philippe Buc hat ein anregendes [...] Buch über Themen geschrieben, an denen Voltaire seine Freude gehabt hätte“, heißt es in der FAZ.

24. Mai 2018
18:00 Uhr

Politische Akademie der SDS
Europaallee 18
66113 Saarbrücken

Vortrag

Dr. Verena Paul
Telefon: 0681 - 906 26 - 24

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