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Sind Kapitalismus und Demokratie miteinander vereinbar?

Während der ersten Nachkriegsjahrzehnte wurden die Spannungen zwischen Kapitalismus und Demokratie durch einen interventionistischen Steuer- und Wohlfahrtsstaat in Grenzen gehalten. Der Finanzkapitalismus seit den späten 1980er Jahren hat den prekären Kompromiss zerbrochen. Die zunehmende sozio-ökonomische Ungleichheit übersetzt sich direkt in politische Ungleichheit. Das untere Drittel der Gesellschaft steigt schweigend aus der politischen Partizipation aus. Gleichzeitig haben Deregulierung und Globalisierung die Handlungsmöglichkeiten demokratischer Regierungen erheblich eingeschränkt. Dies sind gravierende Herausforderungen der Demokratie. Werden sie nicht ernst genommen und wird ihnen nicht mit politischen Reformen begegnet, werden sich die oligarchischen Tendenzen in Wirtschaft und Demokratie tiefer eingraben. Es ist nicht die Krise, sondern der Triumph des Kapitalismus, welche die Demokratie in Bedrängnis gebracht haben.

Referent:

Prof. Dr. Wolfgang Merkel

Prof. Dr. Wolfgang Merkel

geb. 1952, Studium der Politischen Wissenschaft, Geschichte, Sport und Internationale Beziehungen in Heidelberg und Bologna; Lehre und Forschung an den Universitäten Bielefeld, Mainz, Harvard, Madrid und Heidelberg; seit 2004 Direktor der Abteilung Demokratie und Demokratisierung am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB); Professor für Politische Wissenschaft an der Humboldt Universität zu Berlin. Seine Hauptarbeitsgebiete sind: Demokratie- und Transformationsforschung, Parteienforschung, Regierungspolitiken im Vergleich, soziale Gerechtigkeit und Sozialstaatsreform.

05. September 2016
18:00 Uhr

Politische Akademie
Europaallee 18
66113 Saarbrücken

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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