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Soziale Gerechtigkeit in der globalen Weltordnung

Das scheint eine neue Forderung der radikalen Linken zu sein, ist aber tatsächlich bereits heute Teil des Völkerrechts und insbesondere Teil der normativen Grundlagen, auf denen die Vereinten Nationen operieren. Man kann anhand der geltenden Charta der Vereinten Nationen und den daraus entwickelten Katalogen von Grundrechten sehr klar zeigen, was „soziale Gerechtigkeit“ bereits heute in der internationalen Politik heißt bzw. heißen würde, wenn alle Beteiligten sich ihrer Verpflichtungen bewusst wären. Wir werden den weltpolitischen Implikationen der „sozialen Gerechtigkeit“ als Norm des Völkerrechts anhand einiger Beispiele – etwa des „Rechts auf Trinkwasser“ – nachgehen, um zu sehen, welche Anforderungen an politisches Handeln sich daraus ergeben. Selbstverständlich eignet sich eine solche Norm auch zur Kritik gegenwärtiger Zustände. Diese Kritik ist zwingend, wenn man sie im Zusammenhang mit der Vorstellung einer internationalen Friedensordnung stellt, für die die UNO von Anfang an einsteht.

ReferentIn:

Prof. Dr. Michael R. Krätke

Prof. Dr. Michael R. Krätke

Prof. Dr. Michael R. Krätke

geb. 1950. Professor für Politikwissenschaft und Ökonomie an der Universität von Amsterdam, Fellow des Internationalen Instituts für Sozialgeschichte in Amsterdam.

 

Wissenschaftlicher Assistent in Berlin und Bielefeld, ab 1980 (Gast)Professor an mehreren Universitäten in Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Schweden, Großbritannien, Japan, China und den USA

 

(Mit)Herausgeber einer Reihe von Zeitschriften, darunter der SPW; Studium der Politikwissenschaft, Ökonomie und Soziologie in Berlin, Brüssel und Paris.. Forschungsprojekte im Auftrag der EU, Weltbank, OECD, ILO.

 

Zahlreiche Buch- und Zeitschriftenveröffentlichungen zur (komparativen und internationalen) Politischen Ökonomie, darunter: Steuergerechtigkeit in der Europäischen Union, in: P. Bourdieu e.a. (Hg), Europa des Kapitals - Europa der Arbeit, Hannover 2000; Die Kosten des Sparzwangs, in: U. Albrecht e.a. (Hg), Rot-Grün - Noch ein Projekt?, Hannover 2001; Le triomphe du socialisme bourgeois - La fiscalité en Europe, Paris 2001; Gewalt und Ökonomie. Die Halb- und Unterwelten des Weltmarkts, in: P. von Oertzen e.a. (Hg), Gewalt und Zivilisation, Hannover 2001; Wirtschaftsdemokratie und Marktsozialismus, in: J. Beerhorst e.a. (Hg), Mut zur sozialen Utopie, Hannover 2003; Der alte Staat und die neue Weltordnung. Fehler und Irrtümer der Globalisierungskritik, in: Jeannine Geissler e.a. (Hg), Auf dem Weg zu einer neuen Internationale?, Hannover 2005; Der 18. Brumaire des Louis Bonaparte, Hamburg - Berlin 2005; Geschichte der Weltwirtschaft, Hamburg 2005; Political Economy - the Future of an Interdiscipline, London 2005; Neun Fragen zum Kapitalismus, Berlin 2007 (mit Georg Fülberth).

07. Januar 2008
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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