Archiv (Audio on demand)

Verfolgt im Nationalsozialismus:

Zum Schicksal der Familie des
Reichskanzlers Hermann Müller

Der Vortrag zeichnet das Schicksal der Hinterbliebenen von Reichskanzler Hermann Müller in der Zeit der NS-Diktatur nach. Der langjährige SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzende, erste sozialdemokratische Außenminister in der deutschen Geschichte und zweimalige Reichskanzler der Weimarer Republik starb 1931 im Alter von nur 54 Jahren. Ab 1933 gerieten seine hochbetagte Mutter, seine Witwe und vor allem seine beiden Töchter in das Räderwerk nationalsozialistischer Diskriminierung und Verfolgung. Während die ältere Tochter Annemarie, die nach dem Rassenwahn des NS-Regimes als „Halbjüdin“ galt, in Deutschland blieb und trotz Schikanen die NS-Zeit überleben konnte, emigrierte die jüngere Tochter Erika bereits 1933 nach Frankreich und flüchtete 1941 unter abenteuerlichen Umständen in die USA. Von hier aus kehrte sie nicht mehr nach Deutschland zurück. Erika Müller starb im Oktober 1989, zwei Wochen vor der Maueröffnung in Berlin. Am Schicksal der Familie von Hermann Müller lässt sich nachvollziehen, welche Verwerfungen der Nationalsozialismus durch seine menschenverachtende Politik weit über seinen Untergang im Jahr 1945 hinaus verursacht hat. Der Vortrag wird durch zahlreiche, bis dato der Öffentlichkeit nicht zugängliche Fotos aus Privatbeständen veranschaulicht.

Referent:

Dr. Bernd Braun

Historiker, stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte in Heidelberg und Lehrbeauftragter am Historischen Seminar der Universität Heidelberg. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung und der Weimarer Republik, darunter den zwölf Reichskanzlern der ersten deutschen Demokratie, sowie Kurator der Wanderausstellung „Die Reichskanzler der Weimarer Republik – Zwölf Lebensläufe in Bildern“.

05. Februar 2018
18:00 Uhr

Politische Akademie der SDS
Europaallee 18
66113 Saarbrücken

Vortrag

Dr. Verena Paul
Telefon: 0681 - 906 26 - 24

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