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Vielfalt, Recht und Ordnung - Europäische Migrationspolitik zwischen Traum und Wirklichkeit

Im Rahmen der „Interkulturellen Woche Saarbrücken“ in Kooperation mit dem ZIB (Zuwanderungs- und Integrationsbüro) sowie Europe Direct

Im Juli hat der Ministerrat der Innenminister den EU-Einwanderungspakt beschlossen, nach dem in Zukunft Einwanderer in allen Staaten der EU in gleicher Weise behandelt werden sollen. Kritiker wie das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen fürchten nun die Verstärkung der „Festung Europa“. „Illegale“ sollen rigoros abgeschoben werden, es sei denn, sie werden auf dem heimischen Arbeitsmarkt benötigt, und überhaupt soll sich die Einwanderungspolitik an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes orientieren.
Doch es gibt nicht nur die „Wirtschaftsflüchtlinge“, wie sie hier noch vor einigen Jahren genannt wurden, sondern ganz unterschiedliche Zuwanderer: Asylbewerber und Asylanten, Flüchtlinge aus Krisengebieten, Gastarbeiter, EU-Bürger und eben diejenigen, die heimlich über die Grenze gekommen sind und ohne Papiere hier leben. Für sie alle gelten unterschiedliche Rechtsgrundlagen, und manche sind völkerrechlich verbindlich abgesichert. Flüchtlinge zum Beispiel dürfen nicht abgeschoben werden, solange die Krise in ihrer Heimat nicht beendet ist.
Prof. Oberndörfer stellt in seinem Vortrag die juristischen Vorschriften und die daraus resultierenden Hoffnungen, die sich viele Einwanderer machen, der europäischen Realität gegenüber.

ReferentIn:

Prof. Dr. Dieter Oberndörfer

Prof. Dr. Dieter Oberndörfer

Prof. Dr. Dieter Oberndörfer

geb. 1929 in Nürnberg. Studium der Theologie, Philosophie, Geschichte und Soziologie in München, am Davidson College N.C./USA und in Erlangen. Promotion 1955, Habilitation 1959. 1963 wurde er auf einen Lehrstuhl für Politikwissenschaft in Freiburg berufen, den er bis zu seiner Emeritierung 1997 innehatte. In dieser Funktion war er Direktor des Seminars für Wissenschaftliche Politik und Leiter des Colloquium Politicum der Freiburger Universität. Mehrere Rufe an andere Universitäten lehnte er ab. Von 1964 bis 2001 (seit 1972 mit Professor Theodor Hanf) war Oberndörfer Direktor des Arnold-Bergstraesser-Instituts in Freiburg, an dessen Aufbau er nach Bergstraessers Tod 1964 wesentlich beteiligt war.

Veröffentlichungen zum Thema: „Zuwanderung nach Deutschland“, RfM, Osnabrück, 2007; „Deutschland in der Abseitsfalle“, Freiburg im Breisgau, Herder, 2005; „Zuwanderung und Integration“, Sankt Augustin, Konrad-Adenauer-Stiftung, 2001; „Einwanderungsland Deutschland?!“, Stuttgart, Akad. der Diözese Rottenburg-Stuttgart, 2000; „Republik und Dritte Welt“, Paderborn, Schöningh, 1994; „Der Wahn des Nationalen“, Freiburg im Breisgau, Herder, 1994; „Einwanderungs- und Eingliederungspolitik als Gestaltungsaufgaben“, Gütersloh, Bertelsmann-Stiftung, 1993.

06. Oktober 2008
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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