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Welche Schule braucht die Demokratie?

Können wir uns wirklich eine Schule in Deutschland leisten, die zutiefst undemokratisch ist, weil sie strukturell Kindern gleiche Chancen vorenthält? Sollen wir international am Pranger stehen bleiben und weiter dorthin gestellt werden müssen, weil wir uns nicht bewegen? Wollen wir, obwohl die „Indizienbeweise gegen das dreigliedrige Schulsystem erdrückend sind“(Fend), weiter ungerührt die Zukunft unserer Kinder in ideologischen Abwehr- und Grabenkämpfen verspielen?

Der Vortrag geht als „Klage“ kurz auf jene Hauptprobleme ein, die Ausgangspunkt für eine dringend notwendige Neuorientierung von Schule in Deutschland geworden sind. Daran schließt sich ein ebenfalls kurzer Blick auf Bewegungen an, denn die Verunsicherung wächst im Lande, die Mauer der Ablehnung jeglicher Veränderung von Schule bröckelt. Der Hauptteil begründet, warum die Demokratie eine grundsätzlich andere Schule als die bisherige braucht und benennt in vier Abschnitten „Gründe für notwendige Veränderung“: ethische (oder wenn sie so wollen: christliche) Gründe – pädagogische und didaktisch-methodische Gründe – historisch-politische und wirtschaftliche Gründe – gesellschaftlich-kulturelle Gründe. Diese können anschließend diskutiert werden; möglich wäre aber auch die Vorstellung konkreter Schulprojekte, die diese notwendige Veränderung in Richtung „Schule der Demokratie“ bewusst vollzogen und seit vielen Jahren damit Erfolg haben.

ReferentIn:

Prof. Dr. phil. Susanne Thurn

Prof. Dr. phil. Susanne Thurn

Prof. Dr. phil. Susanne Thurn

nach Schule in Siegen, Bonn und den USA Studium in Köln und Bonn. Auslandsaufenthalt für ein Jahr in Athen, zwei Jahre Wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Forschungsprojekt der Friedens- und Konfliktforschung in Bonn und drei Jahre lang an einem Projekt der Universität Bremen mit Forschungsort Amsterdam zur Arbeitergeschichte. Danach zunächst zehn Jahre lang Lehrerin an der Laborschule in Bielefeld und zugleich Lehrbeauftragte an der Universität Bielefeld – zwei Jahre lang Lehrerin im Hochschuldienst – seit 1990 Schulleiterin der Laborschule in Bielefeld. Lehrtätigkeit an verschiedenen Universitäten im Bereich Geschichtsdidaktik und Schulpädagogik; zahlreiche Veröffentlichungen, Vorträge, Gastprofessuren, Lehrerfortbildungen. Seit 2003 Honorarprofessorin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

21. Januar 2008
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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