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Wem nützt die Privatisierung öffentlicher Aufgaben?

In der Finanz- und Wirtschaftskrise erschrecken selbst einflussreiche Akteure des finanzgetriebenen Kapitalismus vor den ökonomischen und sozialen Gefahren, die der Übergang zu einer aus allen sozialen Beschränkungen herausgelösten Form des Kapitalismus mit sich gebracht hat. Freilich geht dies Erschrecken nicht soweit, dass die Privatisierung von ehemals öffentlichen Gütern und Dienstleistungen rückgängig gemacht wird. Ganz im Gegenteil: Es steht zu befürchten, dass im Gefolge des Geldsegens, den die Regierungen derzeit zur Rettung des maroden Bankensystems austeilen, neuerliche Kürzungen der Ausgaben für die öffentliche Daseinsvorsorge begründet und weitere Privatisierungen gerechtfertigt werden könnten. Für das Projekt der europäischen Integration könnte dies verheerend sein – es sei denn, die Krise würde zu einer Erneuerung des „europäischen Sozialmodells“ führen.

ReferentIn:

Prof. Dr. Birgit Mahnkopf

Prof. Dr. Birgit Mahnkopf

Prof. Dr. Birgit Mahnkopf

geb. 1949. Professorin für Europäische Gesellschaftspolitik an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin; Mitglied der Wissenschaftlichen Beiräte von Attac Deutschland, der Deutschen Stiftung Friedensforschung und der Rosa-Luxemburg Stiftung. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Fragen der Globalisierung, zu europäischer Politik, Arbeitssoziologie und Gewerkschaftsforschung.

 

Wichtigste neuere Bücher (zusammen mit Elmar Altvater): Konkurrenz für das Empire. Die Zukunft der Europäischen Union in der globalisierten Welt, Münster 2007; Grenzen der Globalisierung. Ökonomie, Ökologie und Politik in der Weltgesellschaft, 7. Auflage, Münster 2007; Globalisierung der Unsicherheit. Arbeit im Schatten, schmutziges Geld und informelle Politik, Münster 2002, sowie Globale öffentliche Güter – für menschliche Sicherheit und Frieden (Herausgabe und Beiträge), Berlin 2003.

21. September 2009
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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