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Wider die Vernunft

Über die Schwierigkeiten der Vernunft in der heutigen Gesellschaft und Welt

„Er denkt zu viel: die Leute sind gefährlich“, heißt es in Shakespeares „Julius Cäsar“. In diesem Sinne ist Aufklärung jedoch – die Vernunft des mündigen Bürgers und der mündigen Bürgerin – das beste Mittel gegen Tyrannei, Diktatur, Fundamentalismus und jegliche Amtsanmaßung. Freilich ist die Stimme der Vernunft leise und bleibt so oft ungehört; sie muss, zum Beispiel durch die demokratische Verfassung, gestützt und im gesellschaftlichen Alltag gestärkt werden. Stattdessen wird sie oft genug missachtet, verdrängt, wegen „Nutzlosigkeit“ abgewertet.

Unter geschichtlichem und anthropologischem, psychologischem und kulturpädagogischem Aspekt sollen die Schwierigkeiten und Möglichkeiten von Aufklärung in unserer Zeit bedacht werden – auch Goethe folgend, der meinte, dass alles Gescheite zwar schon gedacht worden sei, man sich aber bemühen müsse, es immer wieder nachdenkend neu auszusprechen. Zudem soll auch aufgezeigt werden, welche Komponenten der Vernunft vernachlässigt werden (etwa ihr antizipatorischer Wesenszug).

ReferentIn:

Prof. Dr. Herrmann Glaser

Prof. Dr. Herrmann Glaser

Prof. Dr. Herrmann Glaser

geboren 1928 in Nürnberg. Studium der Germanistik, Anglistik, Geschichte und Philosophie in Erlangen und Bristol von 1947 bis 1952; Dr. phil.; nach Schuldienst Schul- und Kulturdezernent der Stadt Nürnberg von 1964–1990. Mitglied des PEN; Honorarprofessor für Kulturvermittlung der TU Berlin. Autor zahlreicher kultur- und geisteswissenschaftlicher Bücher. Zuletzt (Hrsg.): „Grundfragen des 21. Jahrhunderts“ Ein Lesebuch. Deutscher Taschenbuchverlag, München 2002. „Kleine Kulturgeschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert“ C. H. Beck Verlag, München 2002. „Kleine deutsche Kulturgeschichte“ Eine westöstliche Erzählung vom Kriegsende bis heute. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2004.

22. Januar 2007
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21