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Wie in Europa Eliten rekrutiert werden

Das Zusammenwachsen Europas ist vor allem ein Projekt der Eliten. Allerdings sind deren soziale Herkunft, Bildungswege und Karrieremuster je nach Land höchst unterschiedlich. Unterschiedlich fällt auch die Einkommens- und Vermögensverteilung in den einzelnen europäischen Ländern aus. Gibt es zwischen der Struktur der Eliten und der sozialen Ungleichheit einen Zusammenhang?
Auf Basis umfangreicher aktueller Studien zeigt Michael Hartmann, wer Europas Eliten sind, welche Ausbildungs- und Karrierewege sie durchlaufen und wie sie sich sozial rekrutieren. Neben den drei großen EU-Ländern Deutschland, Frankreich und Großbritannien nimmt er die Eliten aus Italien, Spanien, Österreich, den Niederlanden, Skandinavien, der Schweiz und vielen weiteren, auch osteuropäischen Ländern, in den Blick. Nach wie vor, so sein Ergebnis, herrschen nationale Rekrutierungs- und Aufstiegsmuster vor.
Die Herkunft und Homogenität der Eliten steht dabei in direktem Zusammenhang mit der sozialen Ungleichheit. Allgemein gilt: Je exklusiver und homogener eine nationale Elite, umso größer die Kluft zwischen Arm und Reich. Dabei ist für die alten EWG-Staaten in Mitteleuropa festzustellen, daß in den letzten Jahren parallel zu einer Verbürgerlichung der politischen Eliten die sozialen Unterschiede erheblich angewachsen sind.

ReferentIn:

Dr. Phil. Michael Hartmann

Dr. Phil. Michael Hartmann

Dr. Phil. Michael Hartmann

geb. 1952, ist Professor für Soziologie an der Technischen Universität Darmstadt. Er studierte Soziologie, Politikwissenschaften, Philosophie, Psychologie, Geschichte und Germanistik an den Universitäten Marburg und Hannover. Leitung mehrerer DFG-Projekte und mehrere Gastprofessuren. Veröffentlichungen u.a.: „Eliten und Macht in Europa. Ein internationaler Vergleich“, Campus, Frankfurt/M, 2007; „Elitesoziologie“, Campus, Frankfurt/M. 2004; „Studiengebühren und Hochschulzugang: Vorbild USA?“, in: Leviathan 4/2005; „Der Mythos von den Leistungseliten“, Campus, Frankfurt/M. 2002.

08. Juni 2009
18:00 Uhr

Haus der Stiftung Demokratie Saarland

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21

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