Vortrag Abschied vom Abstieg

Seit geraumer Zeit beherrschen Vorstellungen von Abstieg und Niedergang unsere politische Vorstellungswelt. Ganz offensichtlich sind diese Bedrohtheitsszenarien der Quellgrund, aus dem die diversen Populismen in Europa ihre politische Kraft beziehen. Die Leitvorstellung lautet: Wo die Gefahr überwältigend groß ist, da helfen nur noch einfache Antworten. Niedergangs- und Abstiegsszenarien haben jedoch entweder etwas lähmendes, oder sie provozieren und rechtfertigen unbedachte und in jedem Fall aufgeregte Reaktionen, die das zu bewältigende Problem größer statt kleiner machen. Wie ein wirklicher Abschied vom Abstieg aussehen könnte, soll im Verlauf des Vortrags an den Beispielen schulische Bildung, Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt dargestellt werden.


18:00 Uhr

Politische Akademie der SDS

Europaallee 18

66113 Saarbrücken

Carmen Oschmann

Telefon: 0681 - 906 26 - 21

Referent:

Prof. Dr. Herfried Münkler

ist Professor für Politikwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2004/05 war er Gastprofessor am Wissenschaftszentrum für Sozialwissenschaften Berlin, 2001 Akademieprofessor an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Zuvor war er Gastdozent am Institut für Höhere Studien Wien. In der Vergangenheit beteiligte er sich an zahlreichen Forschungsprogrammen der DFG, der VW- und der Thyssenstiftung, leitete mehrere Arbeitsgruppen an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und erhielt zahlreiche Preise. Viele seiner Bücher gelten mittlerweile als Standardwerke, etwa „Die neuen Kriege“ (2002), „Imperien“ (2005) und „Die Deutschen und ihre Mythen“ (2009), das im selben Jahr mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wird. Zuletzt erschienen sind: „Der Große Krieg“ (2013), „Kriegssplitter. Die Evolution der Gewalt im 20. und 21. Jahrhundert“ (2015) sowie „Der Dreißigjährige Krieg Europäische Katastrophe, deutsches Trauma 1618-1648“ (2017).

Prof. Dr. Herfried Münkler

Referentin:

Prof. Dr. Marina Münkler

ist nach Gastprofessuren an der HU Berlin und der Universität Zürich seit 2010 Professorin für Ältere und frühneuzeitliche deutsche Literatur und Kultur an der TU Dresden. Zum 1. Februar 2017 wurde sie von Bundespräsident Joachim Gauck in den Wissenschaftsrat berufen. Sie ist stellvertretende Sprecherin des von der DFG geförderten Sonderforschungsbereichs 1285 „Invektivität. Konstellationen und Dynamiken der Herabsetzung“. Ihre Forschungsschwerpunkte bilden die Erfahrung des Fremden, Freundschaft und Gemeinsinn, die Migration und Integration sowie die Literatur und die Sprache der Herabsetzung in der Frühen Neuzeit. Sie ist Autorin zahlreicher Publikationen, u.a. „Erfahrung des Fremden“ (2000), „Narrative Ambiguität. Die Faustbücher des 16. bis 18. Jahrhunderts“ (2011) oder das 2016 erschienene Buch „Die neuen Deutschen“ (gemeinsam mit Herfried Münkler).

Prof. Dr. Marina Münkler

Prof. Dr. Marina Münkler © Ralf U. Heinrich

Im Rahmen der Veranstaltung gibt es einen Büchertisch der Buchhandlung St. Johann.