Die bewusste Missachtung Konfessionsfreier in Staat und Politik

trotz ihres schnell wachsenden Bevölkerungsanteils

Weit über 30 % der Bevölkerung in Deutschland gehören keiner Religionsgemeinschaft an, ein großer Teil auf der Grundlage einer wohldurchdachten Entscheidung für ein säkulares Leben auf der Basis einer humanistischen Weltsicht. Die Freiheit, keiner Religionsgemeinschaft anzugehören, ist verfassungsrechtlich garantiert, und die Trennung von Kirche und Staat gehört unbestritten zum Erbe der europäischen Aufklärung. Wie steht es aber um die Repräsentanz konfessionsfreier Menschen im öffentlichen Raum? Warum ist diese Gruppe in Gremien und Parteien noch immer erheblich unterrepräsentiert? Welche Probleme können daraus in verschiedenen Lebensbereichen erwachsen, wie z.B. Schule, Sozialwesen und Arbeitsleben? Wie lässt sich die Wahrnehmung und Akzeptanz dieser großen Bevölkerungsgruppe und ihrer Lebensweise verbessern?
Ingrid Matthäus-Maier wird diese Fragen erörtern und ihre eigenen Erfahrungen schildern.

Referentin:

Ingrid Matthäus-Maier

Ingrid Matthäus-Maier

geb. 1945, studierte Rechtswissenschaft in Gießen und Münster und war bis zu ihrer ersten Wahl in den Bundestag 1976 Verwaltungsrichterin in Münster. Dem Bundestag gehörte sie bis 1999 an, zunächst als Mitglied der FDP, mit dem Ende der sozialliberalen Koalition 1982 verließ sie die FDP und trat der SPD bei. Ab 1999 war sie Mitglied im Vorstand der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und von 2006 bis 2008 Vorstandssprecherin der KfW-Bankengruppe.
Als Atheistin setzt sie sich für eine Entflechtung von Staat und Kirche ein, unter anderem für die Abschaffung der Kirchensteuer und eine Aufhebung der Staatskirchenverträge und Konkordate.

20. März 2019
18:00 Uhr

Politische Akademie der SDS
Europaallee 18
66113 Saarbrücken

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21
Telefax: 0681 - 906 26 - 25