Ende der Sozialdemokratie?

Wird nun Wirklichkeit, was Ralf Dahrendorf schon 1980 prognostiziert hat: Mit dem Ende des sozialdemokratischen Jahrhunderts kommt auch das Ende der Sozialdemokratie. Die Lage ist weit weniger eindeutig und deutlich komplexer als dies „Endzeitprognosen“ berücksichtigen. Richtig ist aber, dass vielen sozialdemokratischen Parteien Wähler und Mitglieder weglaufen oder wegsterben. Der Wähler- und Mitgliederbestand der SPD hat sich in den letzten 20 Jahren halbiert. In Frankreich und den Niederlanden ist die Sozialdemokratie als relevanter Akteur verschwunden. Das Gleiche gilt für Länder wie Griechenland, Polen oder Ungarn. Wo Sozialdemokraten noch Regierungsmacht ausüben, sind sie zu „halbierten Volksparteien“ geworden.

Welches sind die Ursachen und Konsequenzen des Niedergangs der Sozialdemokratie aber auch der Volksparteien ganz allgemein? Lässt er sich aufhalten? Kann sich die Sozialdemokratie erneuern? Was heißt eigentlich Erneuerung in Deutschland und anderswo? Diese und weitere Fragen wird Wolfgang Merkel in seinem Vortrag zur Diskussion stellen.

Referent:

Prof. Dr. Wolfgang Merkel

geb. 1952, Studium der Politischen Wissenschaft, Geschichte, Sport und Internationalen Beziehungen in Heidelberg und Bologna. Seine Lehr- und Forschungstätigkeiten führten ihn an die Universitäten Bielefeld, Mainz, Harvard, Madrid und Heidelberg. Seit 2004 ist er Direktor der Abteilung Demokratie und Demokratisierung am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Außerdem ist er Professor für Politische Wissenschaft an der Humboldt Universität zu Berlin. Seine Hauptarbeitsgebiete sind: Demokratie- und Transformationsforschung, Parteienforschung, Regierungspolitiken im Vergleich, soziale Gerechtigkeit und Sozialstaatsreform.

11. März 2019
18:00 Uhr

Politische Akademie der SDS
Europaallee 18
66113 Saarbrücken

Vortrag

Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21