Heinrich Welsch. Bausteine für die politische Biographie eines Saarländers zwischen Diktatur und Demokratie.

Der in Saarlouis geborene Jurist Heinrich Welsch war 1934/35 Leiter der Staatspolizeistelle Trier und bis 1945 in verschiedenen hochrangigen Funktionen in der NS-Justiz tätig. Nichts-destotrotz konnte er nach dem Zweiten Weltkrieg ein positives Bild von sich vermitteln, so dass er 1947 im Entnazifizierungsverfahren als „entlastet“ eingestuft und 1955/56 gar Über-gangs-Ministerpräsident des Saarlandes werden konnte. Die Person Heinrich Welsch bietet sich für eine „politische Biographie“ an, in der es um die Vertiefung diverser Themenfelder der Geschichte des 20. Jahrhunderts geht. Der Lebensweg fungiert dabei als eine Art Son-de, um Zeitumstände, ideologische Denkmuster und Funktionsweisen von Herrschaftsstruk-turen zu ermitteln. Ansätze hierfür werden vom Referenten thematisiert.

in Kooperation mit der KSL e.V. und der UdS

Referent:

Dr. Thomas Grotum

ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Trier und aktuell gemeinsam mit Prof. Lutz Raphael Lei-ter des DFG-Projekts „Gestapo: NS-Terror vor Ort. Die Staatspolizeistelle Trier in der südli-chen Rheinprovinz“. Seit 2013 ist er für die Vermittlung des historischen Hintergrundes beim jährlich vom Landesjugendring Saar e.V. organisierten Jugend-Workcamp „Buddeln und Bil-den“ in der Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm in Saarbrücken verantwortlich.
Seine Forschungsschwerpunkte sind Historische Fachinformatik, Geschichte der Jugend, Geschichte von Auschwitz, Geschichte der Geheimen Staatspolizei

14. November 2018
18:00 Uhr

Politische Akademie der SDS
Europaallee 18
66113 Saarbrücken

Vortrag

Elena Steinmetz
Telefon: 0681 - 906 26 - 11