Tagung Der Generalstreik gegen den Kapp-Putsch

 

Nur wenige Monate nach ihrer Gründung wird die Weimarer Republik von innen bedroht: Rechtsradikale Milizen und Freikorps und ihre politischen Bündnispartner wollen die Demokratie und Arbeiterbewegung zerschlagen. Am frühen Morgen des 13. März besetzt die 6ooo Soldaten zählende Marinebrigade Ehrhardt – deren Angehörige ein Hakenkreuz auf ihrem Helm tragen – das Berliner Regierungsviertel und ernennt den Generallandschaftsdirektor und Aufsichtsrat der Deutschen Bank, Wolfgang Kapp, zum Reichskanzler. Ihr Ziel ist die Beseitigung der Regierung und die Zerschlagung der Republik. Da die Reichswehr nicht bereit ist, gegen die Putschisten militärisch vorzugehen, flieht die Regierung aus Berlin. Am Nachmittag des 13. März rufen Siegfried Aufhäuser, der Vorsitzende der „Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände“ (AfA), und der Vorsitzende des „Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes“ (ADGB), Carl Legien, gemeinsam zum Generalstreik gegen den Putsch auf: „Die deutsche Republik ist in Gefahr!“ Es ist die größte Streikbewegung der deutschen Geschichte, die in vielen Regionen und Städten zum bewaffneten Aufstand gegen die rechtsradikalen Freikorps und die sie unterstützenden Formationen von Sicherheitspolizei und Reichswehr führt.

Der Generalstreik zeigt Wirkung: Die Putschisten müssen nach vier Tagen aufgeben. In verschiedenen Regionen Deutschlands jedoch gehen die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Militär und Arbeiterschaft weiter, am heftigsten im Ruhrgebiet, wo bis zu einhunderttausend bewaffnete Arbeiter (aus SPD, USPD und KPD) gemeinsam gegen die Putschisten Widerstand leisten. Die demokratische Republik wird durch den einheitlichen Widerstand der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung gerettet. Nach Beendigung des Generalstreiks gehen die Kämpfe jedoch weiter. Die Forderungen der Volksbewegung nach Demokratisierung der Republik, nach Aufbau einer demokratischen Verwaltung und Armee und nach Sozialisierung der Schwerindustrie werden ignoriert. Im Gegenteil: Die Regierung in Berlin setzt die Reichswehr und die Freikorps, die gegen sie geputscht haben, ein, um den Widerstand brutal zu zerschlagen.

 

Es werden sprechen:

  • Klaus Gietinger über den Putsch und die Abwehrkämpfe

  • Martin Jander über den Generalstreik

  • Birgit Metzger über das Saargebiet und den Kapp-Putsch

  • Joana Seiffert über die Erinnerung an Generalstreik und Aufstand

 

Ausführlichere Informationen zur Veranstaltung und den ReferentInnen


13:00 Uhr - 19:00 Uhr

Politische Akademie der SDS

Europaallee 18

66113 Saarbrücken

Carmen Oschmann

Telefon: 0681 - 906 26 - 21

Heinrich-Böll-Stiftung

Telefon: 0681 58 35 60

In Kooperation mit der