Vortrag Deutschland, ein Wirtschaftsmärchen

Deutschland ist reich, aber die gängigen Erklärungen falsch. Die Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann räumt mit zahlreichen Mythen auf. So soll Ludwig Erhard der "Vater" des Wirtschaftswunders gewesen sein - in Wahrheit war er ein unfähiger Ökonom und ein Profiteur des NS-Regimes. Die Bundesbank war angeblich die unbestechliche "Hüterin der D-Mark" - tatsächlich hat sie Millionen in die Arbeitslosigkeit geschickt und die deutsche Einheit fast ruiniert. "Soziale Marktwirtschaft" klingt nach sozialem Ausgleich, doch begünstigt werden die Reichen. Exportüberschüsse garantieren angeblich unseren Wohlstand, doch tatsächlich werden die Beschäftigten dadurch ärmer. Die gern erzählten Wirtschaftsmärchen sind also nicht harmlos, sondern verursachen einen immensen Schaden. Es ist Zeit, sich von den Legenden zu verabschieden. Sonst verpassen wir unsere Zukunft.


18:00 Uhr

Politische Akademie der SDS

Europaallee 18

66113 Saarbrücken

Carmen Oschmann

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Referentin:

Ulrike Herrmann

ist Wirtschaftsredakteurin der taz und schreibt seit 2007 primär über die Finanz- und Eurokrise. Sie ist regelmäßig Gast im Hörfunk und im Fernsehen. Nach ihrer Ausbildung zur Bankkauffrau absolvierte Ulrike Herrmann die Henri-Nannen-Schule und studierte anschließend Geschichte sowie Philosophie an der Freien Universität Berlin. Zu ihren Publikationen gehören u.a. „Hurra, wir dürfen zahlen. Der Selbstbetrug der Mittelschicht“ (2012), „Der Sieg des Kapitals. Wie der Reichtum in die Welt kam: Die Geschichte von Wachstum, Geld und Krisen“ (2013) sowie das 2016 erschienene Buch „Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung. Die Krise der heutigen Ökonomie – oder was wir von Smith, Marx und Keynes lernen können“. Über das zuletzt genannte Werk heißt es in der Frankfurter Rundschau treffend: „Wer die Wirtschaft besser verstehen will, sollte Herrmann lesen!“



Ulrike Herrmann