Vortrag / N-Laboratorium Die große Illusion der 'Einen Welt'

Vom Ende der Geschichte zum Ende der Nachhaltigkeit?

Als mit dem Mauerfall die globale Bipolarität endete, hatte der Gedanke der ‚Einen Welt‘ große Konjunktur. Das ‚Ende der (alten) Geschichte‘ der Kriege und Konflikte sollte gekommen, das Zeitalter des Multilateralismus, des friedlich-schiedlichen Miteinanders der Staaten, angebrochen sein. Man hoffte, dass aus einer hoch spannungsreichen Ära eine sozial- und umweltverträgliche Welt werden würde – unter dem einen, großen Leitbegriff: der Nachhaltigkeit. Seinen Höhepunkt erlebte dieses Denken auf dem legendären Weltgipfel von Rio im Jahr 1992. Damit begann die eigentliche Ära der globalen Klimakonferenzen und ihrer Verheißung einer wirksamen Bekämpfung der Erderwärmung. Heute ist von dieser hoffnungsvollen Anfangsphase nichts mehr zu spüren. Im Gegenteil: Bald 30 Jahre nach dem vermeintlichen „Ende der Geschichte“ werden die internationalen Vorgaben immer häufiger nicht eingehalten, rücken die klimatischen Kipppunkte immer näher. Damit stellt sich die Frage nach dem Ende der Nachhaltigkeit. Hat die Vision der Einhegung der globalen Umweltzerstörung heute schon keine Chance mehr – oder kann diese Jahrhundertherausforderung doch noch bewältigt werden? Wie könnte die Antwort auf die rasende Klimazerstörung aussehen? Und wer müssten die Akteure einer solchen, fast revolutionären Nachhaltigkeitsbewegung sein?


19:00 Uhr

Politische Akademie der SDS

Europaallee 18

66113 Saarbrücken

Verena Paul

Telefon: 0681 - 906 26 - 24

Referent:

Albrecht von Lucke

geb. 1967, studiert Rechtswissenschaft und Politologie in Würzburg und Berlin. Er lebt als Redakteur der Blätter für deutsche und internationale Politik (www.blaetter.de) in Berlin. Neben seiner Tätigkeit für die Blätter arbeitet Albrecht von Lucke für diverse andere Zeitungen sowie für den Rundfunk und das Fernsehen (u.a. als regelmäßiger Teilnehmer des Presseclubs in der ARD). 2014 wird er mit dem Lessing-Förderpreis für Kritik ausgezeichnet und 2018 erhält er den Otto-Brenner-Preis in der Kategorie „Spezial“-Preis und wird damit „als Streiter für Liberalität, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie“ gewürdigt. Zu seinen Buchpublikationen zählen u.a. „68 oder neues Biedermeier: Der Kampf um die Deutungsmacht“ (2008), „Die gefährdete Republik: Von Bonn nach Berlin. 1949-1989-2009“ (2009) sowie „Die schwarze Republik und das Versagen der deutschen Linken“ (2017).

Vortrag in der Reihe „Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit“, die in Kooperation mit RENN.west stattfindet.