Vortrag Die Sowjetunion und die deutsche Frage Ende der 1980er Jahre

Die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion waren nach 1945/49 von der Neuordnung Europas infolge des Zweiten Weltkrieges und den Konjunkturen des Kalten Krieges bestimmt gewesen. Die UdSSR gehörte zu den vier Siegermächten und verfügte über besondere Rechte für Deutschland als Ganzes. Die Bundesrepublik sah in der Sowjetunion den Hauptverantwortlichen für die deutsche Teilung und fürchtete offene und verdeckte sowjetische Aktivitäten, um das kommunistische Regime auch auf Westdeutschland auszudehnen. Dieser Vortrag soll die Gelegenheit bieten, die westdeutsch-sowjetischen Beziehungen von Brandt bis Kohl in den Blick zu nehmen und damit den Bogen von der „Neuen Ostpolitik“ zum Prozess der deutschen Wiedervereinigung zu schlagen. In der „Mitte“ dieser Epoche liegt die Kanzlerschaft von Helmut Schmidt, die vielfach als eine Phase des Übergangs bezeichnet wird. Gekennzeichnet war sie zum einen durch den Willen der beiden verantwortlichen Politiker in Bonn und Moskau, den Kalten Krieg nicht zu einem heißen werden zu lassen, zum anderen jedoch durch das Scheitern der Détente Ende der 1970er Jahre und einer neuen Rüstungsspirale. Zwischen diesen Polen sollen die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion betrachtet werden.


18:00 Uhr

Politische Akademie der SDS

Europaallee 18

66113 Saarbrücken

Carmen Oschmann

Telefon: 0681 - 906 26 - 21

Referent:

Prof. Dr. Ulrich Pfeil

geb. 1966, ist Professor für Deutschlandstudien an der Université de Lorraine in Metz. Schwerpunkte seiner Forschungsarbeit bilden die deutsch-französischen Beziehungen, Geschichte der DDR und des Kalten Krieges sowie Versöhnungsprozesse in Europa. Zu seinen Veröffentlichungen gehören u.a. „Die ‚anderen‘ deutsch-französischen Beziehungen. Die DDR und Frankreich 1949-1990“ (Zeithistorische Studien des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam, Bd. 26, 2004, „Deutsch-Französische Geschichte, Bd. 10: Eine Nachkriegsgeschichte in Europa 1945-1963“ (2011, gemeinsam mit Corine Defrance); „Verständigung und Versöhnung nach dem „Zivilisationsbruch“? Deutschland in Europa nach 1945“ (2016, mit Corine Defrance (Hg.) sowie die 2017 erschienene Publikation „Der Kalte Krieg im Schulbuch“ (gemeinsam mit Franziska Flucke und Bärbel Kuhn (Hg.).