Vorträge Gut gemeint ist nicht gut genug

Gibt es eine neue Qualität von Antisemitismus? 

Die Zahl der statistisch erfassten antisemitischen Straftaten hat in Deutschland im vergangenen Jahr um fast zehn Prozent zugenommen, und immer mehr Juden fühlen sich dadurch bedroht. Doch diese Steigerung bedeutet nicht zwingend, dass die antisemitischen Einstellungen in gleicher Weise zugenommen haben, denn das Phänomen lässt sich auch mit einer stärkeren Sensibilisierung für das Problem erklären. Dies ist eine der Fragestellungen, mit denen sich die Referenten beschäftigen, aber auch: Was ist eigentlich Antisemitismus? Ist es nicht kontraproduktiv, wenn einem Kritiker der Politik Israels von vorneherein ein verdeckter Antisemitismus unterstellt wird? Und: Wie lässt sich Antisemitismus am besten bekämpfen, beziehungsweise, welche Fehler werden bei diesem Versuch gemacht?

 


18:00 Uhr

Politische Akademie der SDS
Europaallee 18
66113 Saarbrücken

Carmen Oschmann

Telefon: 0681 - 906 26 - 21

Referent::

Shimon Stein

geb. 1948 in Chadera (Völkerbundsmandat für Palästina), ist derzeit Senior Research Fellow am Institut für Nationale Sicherheitsstudien (INSS) der Universität Tel Aviv. Er kann auf eine lange Karriere im Diplomatischen Dienst zurückblicken, dem er 1974 beitritt. Im israelischen Außenministerium hat er leitende Positionen in unterschiedlichen Abteilungen inne und war zwischenzeitlich auch in die Botschaften nach Bonn und Washington entsandt. Zuletzt bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2007 ist er israelischer Botschafter in Deutschland. Neben seiner Forschungstätigkeit am INSS ist er als politischer Berater und Autor tätig.

Referent:

Prof. em. Dr. Moshe Zimmermann

geb. 1943 in Jerusalem, Professor (emeritus) für deutsche Geschichte. 1986-2013 Direktor des Richard-Koebner-Zentrums für Deutsche Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem. Er ist Autor zahlreicher Publikationen zu Nationalismus, Antisemitismus, Sportgeschichte, Filmgeschichte und zur deutsch-jüdischen Geschichte und zu den deutsch-israelischen Beziehungen. Träger des Humboldt-Forschungspreises 1993, des Jacob- und Wilhelm-Grimm-Preises des DAAD 1997, des Dr. Lukas Preises der Universität Tübingen 2002 sowie des Lessing-Preises für Kritik der Lessing Akademie Wolfenbüttel 2006. Zu seinen Publikationen gehören u.a. „Die deutschen Juden 1914-1945“ (1997), „Deutsch-jüdische Vergangenheit: Judenfeindschaft als Herausforderung“ (2005), „Deutsche gegen Deutsche. Das Schicksal der Juden 1938-1945“ (2008, hebr. 2013), „Die Angst vor dem Frieden“ (2010, mit E.Conze u.a), „Das Amt und die Vergangenheit“ (2010) oder „Vom Rhein an den Jordan“ (2016).