Filmvorführung / Vortrag Klare Haltung über Jahrzehnte

Beate Klarsfelds Erfahrungen mit Marlene Dietrich

Marlene Dietrich hatte die Welt ab 1929 mit ihren Filmen erobert. In späteren Jahren wurde sie von der Öffentlichkeit zudem als Interpretin vieler berühmter Lieder gefeiert. Neben ihrer glanzvollen Karriere war aber auch ihr spannungsreiches Verhältnis zu Deutschland von besonderer Bedeutung, das durch den Nationalsozialismus ausgelöst wurde und sich in der Bundesrepublik fortsetzte. Dies verband sie mit Beate Klarsfeld, mit der sie Mitte der 1980er Jahre Kontakt aufnahm. Marlene Dietrich bewunderte Beate und ihren Mann Serge Klarsfeld sehr für ihr lebenslanges Engagement gegen alte und neue Nazis. Da sich die Filmdiva damals schon aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, kam es nicht mehr zu einer persönlichen Begegnung. Doch Marlene Dietrich und Beate Klarsfeld tauschten sich in Telefonaten und Briefen intensiv aus. Auf diese Weise kamen zwei sehr besondere Menschen mit einer sehr ähnlichen Haltung und mit hohem gegenseitigen Respekt zusammen. Beide lebten und leben Geschichte in Verantwortung vor.

Bitte beachten Sie:

Nach der Filmvorführung „Beate und Marlene. Eine Gesellschaft braucht die Ausnahmen“ (16:30-17:30 Uhr) wird Beate Klarsfeld in einem Vortrag von ihrem Gedankenaustausch mit Marlene Dietrich berichten (ab 18:00 Uhr).


16:30 Uhr - 19:30 Uhr

Politische Akademie der SDS

Europaallee 18

66113 Saarbrücken

Verena Paul

Telefon: 0681 - 906 26 - 24

Referentin:

Beate Klarsfeld

Die Publizistin wurde 1939 in Berlin geboren. Im Alter von 21 Jahren ging sie als Au-pair-Mädchen nach Paris und lernte dort ihren späteren Ehemann Serge Klarsfeld kennen, dessen Vater in Auschwitz ermordet worden war. Das Thema Holocaust ließ Beate Klarsfeld nicht mehr los und so machte sie sich mit ihrem Mann zur Lebensaufgabe, Nationalsozialisten zu entlarven, die im Ausland untergetaucht waren oder in Deutschland beruflich wieder Fuß fassen konnten. Das Ehepaar hat mit detaillierten Dokumentationen auf viele unbehelligt lebende NS-Täter hingewiesen, darunter Kurt Lischka, Alois Brunner, Klaus Barbie. In Frankreich trugen sie wesentlich dazu bei, dass die Komplizenschaft der Vichy-Regierung mit dem NS-Regime ins öffentliche Bewusstsein rückte.

Beate Klarsfeld © Gedenkhalle Oberhausen, Foto Hendrik Lietmann / Marlene Dietrich © Marlene Dietrich Collection Berlin

Mit dieser Veranstaltung wird die Ausstellung "Marlene Dietrich. Die Diva. Ihre Haltung. Und die Nazis" (06. November 2020 bis 27. Januar 2021 in der Politischen Akademie) eröffnet!