Vortrag NS-Eliten in der Bundesrepublik

Die nationalsozialistischen Führungseliten, so heißt es oft, seien weitgehend ungeschoren in die Bundesrepublik reintegriert worden. Andererseits sind nach dem Krieg hunderttausende NS-Funktionäre in Internierungslager gesperrt und zehntausende mit Prozessen belegt worden. Wie ist dieser Widerspruch aufzulösen? Und wie konnte bei einem so hohen Grad an NS-Belastung aus der Bundesrepublik über die Jahre und Jahrzehnte doch eine liberale und demokratische Republik werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich dieser Vortrag, der die Entwicklung von der Nachkriegszeit bis in die 1980er Jahre hinein verfolgt.

Im Rahmen der Veranstaltung gibt es einen Büchertisch der Buchhandlung St. Johann.


18:00 Uhr

Politische Akademie der SDS

Europaallee 18

66113 Saarbrücken

Elena Steinmetz

Telefon: 0681 - 906 26 - 11

Referent:

Prof. Dr. Ulrich Herbert

geb. 1951, studiert von 1980 bis 1992 Geschichte, Germanistik und Volkskunde an den Universitäten Essen, Tel Aviv und Hagen. Von 1992 bis 1995 ist er Direktor der Forschungsstelle für die Geschichte des Nationalsozialismus in Hamburg. Seit 1995 ist er Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität zu Freiburg. Seine Forschungsschwerpunkte bilden deutsche und europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts, Geschichte des NS-Regimes sowie Migrationsgeschichte. Ausgezeichnet wird Ulrich Herbert 1999 mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 2014 erhält er den Bayerischen Buchpreis in der Kategorie Sachbuch für sein Buch „Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert“ und 2018 wird ihm der Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft zugesprochen.